Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) waren gesetzlich dazu verpflichtet, fünf Jahre nach Inkrafttreten der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) deren Auswirkung auf die Versorgung zu untersuchen. Dieser Bericht wurde im Mai 2017 an das Bundesministerium für Gesundheit übermittelt.

Hier ein Auszug der interessantesten Inhalte:

  • Regionale Unterschiede: Baden‐Württemberg und Westfalen‐Lippe weisen mit jeweils 14 Teams zusammen ca. 40 % aller ASV‐Teams auf. In Bremen, Mecklenburg‐Vorpommern, Saarland, Thüringen noch keine ASV‐Teams*.
  • Teamgröße sehr unterschiedlich: TBC-Kernteams im Median 5 Ärzte, Gesamtteam zwischen 7 – 43 Leistungserbringern. GIT-Kernteams im Median 12 Ärzte, Gesamtteam zwischen 20 – 69 Mitgliedern*.
  • Teamstruktur meist sektorenübergreifend: alle GIT-Teams sowohl aus Vertrags- als auch Klinikärzten aufgebaut (Kooperationsverpflichtung!), TBC-Teams zu 58% aus beiden Sektoren. 33% nur mit Vertragsärzten und zu 8% nur aus Krankenhausärzten.*
  • Teilnehmende Ärzte überwiegend Vertragsärzte: Bundesweit 2.301 ASV-Ärzte. 55% sind Vertragsärzte und 45% Krankenhausärzte. 431 behandeln TBC‐Patienten (davon 65% Vertragsärzte) und 1.816 versorgen GIT‐Patienten (davon 53% Vertragsärzte).* Zu beachten: Hinzuzuziehende können auch nur institutionell genannt werden, daher ggf. in Realität mehr
  • Patientenzahlen steigen nur langsam: Im Q3-2016 wurden 1.873 GIT-Patienten und ca. 330 TBC-Patientenbehandelt. Fast die Hälfte der Patienten in Baden-Württemberg und Bayern. Die Zahl der GIT-Patienten steigt kontinuierlich, die TBC-Patientenzahl ist seit Q4-2015 stabil.
  • Gesamtausgaben kontinuierlich gestiegen: Ausgaben im Krankenhaus von 202 Mio. in 2015 auf 208 Mio. Euro in 2016 gestiegen (Cave: §116b alt & ASV zusammen!), Ausgaben für ASV (alleine!) für Vertragsärzte von 1,6 Mio. in 2015 auf 3,4 Mio. Euro in 2016.
  • Anzeigeverfahren – Ablehnungen wegen Mängeln: 19 Anzeigen wurden abgelehnt, Gründe waren u.a. fehlende Nachweise fachlicher Qualifikationen oder Kooperationsvereinbarungen, Nicht Erreichen arztbezogener onkologischer Mindestmengen, 70% der abgelehnten Teams haben zweiten Anlauf gestartet.
  • ASV-Servicestelle mit Schwierigkeiten: sieht sich u.a. oft mit unvollständigen Angaben zu den ASV-Teams und uneinheitlichen Bescheiden der ELA konfrontiert. Nicht alle Bescheide der ELA erlauben formale Prüfung der Teamstrukturen.
  • Übergang §116b alt (ABK) – §116b neu (ASV): Besonders bei GIT: KV‐Bezirke, die nach §116b (alt) SGB V nur wenige Patienten versorgen, haben höhere Patientenanzahl in der ASV als KV‐Bezirke, die im Rahmen der Alt-Zulassungen bereits viele Patienten betreuen. Nur 1 von 27 Krankenhäusern mit Alt-Zulassung für TBC hat auf ASV umgestellt, bei GIT 2 von 91.
  • Zahl ASV-Teams: 71 ASV‐Teams, davon 24 Tuberkulose‐Teams (TBC), 45 Teams für gastrointestinale Tumoren (GIT) und jeweils ein Team für pulmonale Hypertonie (PAH) und gynäkologische Tumoren (GynT). Keine Teams für Mukoviszidose und Marfan-Syndrom (Stand: 29.03.2017).

Den gesamten Bericht können Sie hier einsehen.

*Stand 29.03.2017