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Der Teufel steckt im Detail – das war ein Fazit unseres heutigen Leuchtturmsymposiums zur ASV in Berlin. Rund 220 Gäste waren in der Kaiserin-Friedrich-Stiftung erschienen, um sich über den aktuellen Stand der ASV zu informieren. Von ihnen wurde Durchhaltevermögen gefordert, denn in einem wahren Vortragsmarathon gingen insgesamt 11 Referenten auf den neuen Versorgungsbereich ein, der voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2014 starten wird.

Dass bei der Ausgestaltung der Details zu den ersten Indikationen (gastrointestinale Tumoren, Tuberkulose) noch viele Punkte strittig sind, zeigten die Vorträge der Vertreter der im G-BA vertretenen Organisationen, Dr. Andreas Köhler (KBV), Hans-Georg Baum (DKG) und Dr. Wulf-Dietrich Leber (GKV-Spitzenverband). Auch sind noch viele praktische Umsetzungsfragen, so z.B. die Abrechnung oder Formulare und Vordrucke, ungelöst. KBV-Chef Köhler zeigte sich hier aber zuversichtlich, dies bis 1. April 2014 bearbeiten zu können.

Grundsätzlichere Kritik übten die anwesenden Kassenvertreter, Uwe Deh (AOK-Bundesverband) und Claudia Korf (Barmer GEK), die für den erkrankten Dr. Christoph Straub eingesprungen war. Sie hätten sich u.a. mehr einzelvertragliche Optionen für die Kassen im Bereich der ASV gewünscht, um die Versorgung besser steuern zu können.

Ein ernüchterndes Fazit zog Renate Pfeifer vom Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche e.V., die als Patientenvertreterin die Verhandlungen im G-BA eng begleitet. Die ASV sei aktuell weniger eine Versorgungsform als vielmehr eine Vergütungsform. Seitens der Patientenvertreter seien einige Punkte wie z.B. Barrierefreiheit des Versorgungsangebots unerreicht geblieben.

Trotz der kritischen Stimmen spürte man einen gemeinsamen Wunsch, die Chance der ASV für eine Versorgungsverbesserung zu nutzen. Die Beteiligten waren sich weitgehend einig, dass dafür insbesondere im Bereich der Qualitätssicherung und der Dokumentation und des Datenaustausches Nachbesserungsbedarf bestünde. Die von Verbandsvorstand Axel Munte vehement geforderte elektronische Fallakte sei nur mit Unterstützung des Gesetzgebers zu erreichen, der dafür die notwendigen Grundlagen schaffen müsse.