GOAL ASV: Versorgungsforschungsprojekt „Generelle, alle ASV-IndikatiOnen übergreifende EvALuation und Weiterentwicklung der ASV-RL (§ 116b SGB V)“

Auch acht Jahre nach Einführung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) ist das Potenzial der sektorenverbindende Versorgungsform noch nicht annährend ausgeschöpft. Um die Gründe für die langsame Etablierung der ASV zu identifizieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G BA) im Rahmen des Innovationsfonds die Evaluation der Richtlinie für die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV-RL) gemäß §116b SGB V ausgeschrieben. Dabei wurde auch unserem Forschungsvorhaben (Förderkennzeichen 01VSF19002) der Zuschlag erteilt.

Seit 2020 arbeitet das Konsortium, bestehend aus dem Institut für Gesundheit und Soziales (ifgs) der FOM Hochschule für Oekonomie & Management (Projektleitung), dem Leibnitz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), dem Wissenschaftlichen Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) sowie unserem Bundesverband ASV gemeinsam an der Umsetzung des Projekts GOAL ASV. Zusätzlich wurden zehn Kooperationen mit Berufsverbänden und Selbsthilfegruppen etabliert, die das Projekt unterstützen.

Ziel des Projektes ist es, die Umsetzungspraxis der ASV-Richtlinie für alle Indikationen zu evaluieren. Teilziele des Evaluationskonzeptes beinhalten die Analyse des aktuellen Stands der ASV-Umsetzung, die Identifizierung relevanter, beeinflussbarer Faktoren für die Teilnahmebereitschaft von Leistungserbringern an der ASV, Identifizierung von Zugangsbarrieren und relevanter, beeinflussbarer Faktoren für die praktische Umsetzung, Ermittlung der Auswirkungen der ASV auf die Patientenversorgung (Zusatznutzen im Vergleich zu Regelversorgung), und sodann Ableitung und Formulierung von Handlungsempfehlungen.

Die Evaluation sieht eine multiperspektivische Mixed-Methods-Studie vor, bei der neben einem qualitativen Evaluationsdesign mit semi-strukturierten Fragebögen auch quantitative Erhebungen mittels standardisierter Befragungen zum Tragen kommen. Zudem werden im Rahmen einer Bestandsaufnahme der Status quo der ASV-Teilnahme ermittelt und die regionalen Unterschiede im Zugangsverfahren analysiert. Eine Auswertung von Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung wird die, an der ASV tatsächlich beteiligten Fachgruppen im Zeitverlauf und die Inanspruchnahme der Patienten analysieren. Basierend auf den Ergebnissen lassen sich Rückschlüsse zu regionalen Unterschieden ziehen und Best-Practice-Beispiele für die erweiterten Landesausschüsse ableiten. Aufbauend auf den in den Arbeitspaketen ermittelten Ergebnissen sollen Orientierungshilfen bzw. Lösungsansätze generiert werden.

Für weitere Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Prof. Dr. med. Robert Dengler | ifgs, FOM Hochschulzentrum, München | robert.dengler(at)fom.de
Sonja Froschauer | Bundesverband Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung, Grünwald | sonja.froschauer(at)bv-asv.de
Dr. Oliver Riedel | Leibnitz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, Bremen | riedel(at)leibnitz-bips.de
Dr. Vitali Heidt | Wissenschaftliches Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen, Köln | heidt(at)winho.de