„Spannende“ Zeiten – SPD stellt Eckpunkte ihrer künftigen Gesundheitspolitik vor!

2. Oktober 2011

Die SPD hat vor einigen Tagen einen Leitantrag zur künftigen Gestaltung ihrer Gesundheitspolitik vorgelegt (2011-09-26-SPD-Leitantrag_Gesundheitswesen). Viele Punkte erscheinen aus der Ära Ulla Schmidt bekannt – und in der Stringenz ihrer geplanten, weiteren Verfolgung steckt durchaus Zündstoff! Zunächst – ohne Wertung – die wesentlichen Inhalte: (mehr …)

Die KV Hessen PR wird viele Ärzte in Bayern und Hessen nachdenklich stimmen

29. August 2011

Eine Presseinformation der KV Hessen vom 29. August zur Vertreterversammlung mit der Überschrift:         „AOK muss Politik des reinen Kostencontrollings endlich beenden.“
Aus der fast 2-seitigen Kritik an der AOK Hessens möchte ich nur einen Satz partiell zitieren:“Die berechtigten Forderungen der hessischen Ärzte und Psychotherapeuten nach einem Honorar, das sich an dem der Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel in Bayern und Baden-Württemberg orientiert, wird gebetsmühlenartig negiert…..“
Was folgert daraus? Trotz der massiven €-Abflüsse nach Berlin von bayerischen Kassen und damit von der bayerischen Ärzteschaft, bedingt durch die Gesetzesmaßnahmen in meiner Amtszeit, bleibt den bayerischen Ärzten offensichtlich ein durchschnittlich höheres Honorar erhalten.
An welchem Niveau wird sich die Politik künftig orientieren: am höheren bayerischen, am niedrigeren hessischen oder gar am niedrigsten Niveau der „armen“ 7 LAVA – KV’en  (siehe Blog vom 25. August).

Nur gut, dass im Augenblick kein namhafter Politiker das Thema Kostendämpfung im Gesundheitswesen auf seiner Agenda hat.

„Es brodelt in den Regionen“ schreibt Sabine Rieser im DÄB vom 19. August 2011

25. August 2011

Denn die Kassenärztlichen Vereinigungen prallen im Kampf um Macht und Geld aufeinander. Doch warum hat es das  KV-System aktuell so schwer, einheitliche Forderungen zu vertreten?

Die letzten Jahre waren gesundheitspolitisch geprägt von einer starken Tendenz zur Vereinheitlichung: die Punktwerte wurden bundesweit fixiert, die Fortentwicklung der Gesamtvergütungen der KV’en nach einheitlichen Rechenformeln festgelegt, die Einnahmen der Krankenkassen durch den Gesundheitsfonds und Morbi-RSA von der Struktur ihrer Versicherten völlig entkoppelt.

Unbeachtet dabei blieben – bislang – die höchst heterogenen Patienten- und Versorgungsstrukturen der Länder-KV’en: Zu unterschiedlich sind die Bevölkerungsstrukturen und damit Versorgungsbedarf und -möglichkeiten unserer Patienten. Zu unterschiedlich sind Anzahl und Ausstattung der vorhandenen Haus- und Facharztpraxen in den KV-Regionen. Zu stark differieren immer noch die Krankenkassenausgaben pro Patient zwischen den Bundesländern.

Da heute über die stark unterschiedlichen Geldflüsse in den einzelnen Länder-KV’en Transparenz besteht, riefen diese Differenzen diejenigen „Player“ auf die Agenda, die im Bundesvergleich unterdurchschnittliche ambulante Leistungsausgaben pro Versicherten verzeichneten. Sie forderten einen Ausgleich dieser Unterschiede. Da die Ausgaben für die ambulante Versorgung bundesweit praktisch fixiert sind, konnte und kann das natürlich nur zu Lasten der KV’en mit überdurchschnittlichen Leistungsausgaben funktionieren – das alte Prinzip der kommunizierenden Röhren. Und die generelle politische Tendenz dürfte ihnen Rückenwind bescheren.

Welche KV’en letztlich die Geldströme in ihre Richtung lenken können, wird erst die Zukunft zeigen: FALK (die 4 „reicheren“ KV’en) oder LAVA (die 8 „ärmeren“ KV’en). Gut ist diese Spaltung für die Ärzteschaft nicht. Die Gefahr wächst, dass Gesundheitspolitiker aller Parteien unsere Uneinigkeit für mehr Einflussnahme und mehr gesetzliche Reglementierung nutzen werden. Immer mehr Politiker haben unser Gezänk – im wesentlichen ums „liebe“ Geld – einfach Leid. Eine sichtbare Patientenorientierung unserer Funktionäre könnte unser ärztliches Ansehen besser bewahren.

Datentransparenz

9. August 2011

Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, hat in der gestrigen Ärztezeitung mehr Datentransparenz gefordert. Ärztekammern sollten, so Windhorst, künftig Zugang zu den Daten der Krankenkassen erhalten. Die Weitergabe von Sozialdaten ist gerade in Deutschland ein datenschutzrechtlich sehr heikles Thema.

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Vertragspartner – Vertragsgegner?

7. August 2011

„Bisher versorgen noch immer Ärzte die Patienten und nicht die Kassen.“ Dieser Satz ist richtig, betrachtet man die vielen Haus- und Fachärzte und Psychotherapeuten, die mit großem persönlichen Einsatz (und oft mit einer leistungsfeindlichen Vergütung dank der bundeseinheitlichen Budgets) ihre Patienten versorgen. Doch liefert dieser Satz, den KVB-Vorstand Krombholz neulich auf einer Podiumsdiskussion äußerte, auch die Steilvorlage für die Replik: „Aber immer noch finanzieren die Beitragszahler die Versorgung.“

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Gratwanderung

4. August 2011

Ein Kommentar in der heutigen Süddeutschen Zeitung zum geplanten Versorgungsgesetz zeigt, auf welch schmalem Grat sich die deutsche Ärzteschaft momentan bewegt. So schreibt der in der Gesundheitspolitik versierte Guido Bohsem: „Die Koalition denkt also in ihrem Gesetz nur sehr indirekt an den Patienten. Ihre Logik ist verquer. Sie lautet: Geht es dem Doktor gut, wird das auch dem Patienten nutzen. Doch werden entsprechende Gegenleistungen nicht eingefordert, wie zum Beispiel höhere Qualität bei der Behandlung von Volkskrankheiten.“

Der erste Impuls vieler Ärzte, insbesondere vieler Standespolitiker, wird scharfe Kritik an der Unterstellung Bohsems sein, dass es für Ärzte nicht selbstverständlich sei, ihre Patienten gut zu versorgen. Ich denke, dass dies jedoch differenzierter zu betrachten ist.

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Versorgungsforschung – der TK ein wichtiges Thema

27. Juli 2011

Unter dem Überbegriff  „Versorgungsforschung“ subsummiert sich ein schwer überschaubares Feld aus Datensammlungen und Analysen aus allen Bereichen des Gesundheitswesens.

Die Techniker Krankenkasse (TK) Hamburg hat beim Spreestadt-Forum am 04. Juli 2011 einen spannenden und kompetenten Vortrag zu diesem Thema gehalten.

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GKV-Spitzenverband fordert Gesetzesänderung bei Qualitätssicherung

21. April 2011

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fordert, dass die für die Qualitätssicherung erhobenen Daten zu einer Zweitnutzung zugelassen werden. (mehr …)

Innovationskraft des KV-Systems

9. April 2011

Seit Jahren bewegen mich Gedanken, wie die Innovationskrafts des KV-Systems verbessert werden könnte. Bei kritischer Betrachtung wird eines deutlich: Die heutigen Selbstverwaltungsstrukturen machen die Professionalisierung der KV’en fast unmöglich.

Gerade haben sich die neu gewählten Vorstände, meistens aus Praxisbetrieben kommend, in die Führung z.B . einer KVB mit  5 Milliarden Euro Umsatz und über 1500 Mitarbeiten eingearbeitet, werden sie oft schon nach der ersten Periode bei der nächsten KV Wahl durch neue, unerfahrene „Dr.-med.-Manager“ ersetzt. (mehr …)

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