G-BA beschließt Anpassungen zur ASV – Erleichterung bei der ASV für gynäkologische Tumoren!

Unter der Beschlussvorlage zur turnusmäßigen Änderung der Appendizes der ASV-Richtlinie (d.h. der Aktualisierung der Ziffernkränze) verstecken sich einige wesentliche Anpassungen verschiedener Konkretisierungen, über die wir Sie gerne informieren möchten. Entscheidend ist aus unserer Sicht die Lockerung bei der Teambesetzung bei gynäkologischen Tumoren, wo nun endlich eine Öffnung bezüglich des Gynäkologen mit Schwerpunkt gyn. Onkologie erfolgt ist. Die u.g. Änderungen sind noch nicht in Kraft getreten. Allerdings ist die Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium bereits ohne Beanstandung beendet, so dass mit einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in den nächsten Tagen zu rechnen ist.

  • Patienteneinschlusskriterien in der Onkologie neu formuliert: in den onkologischen Konkretisierungen (GIT, GYN, URO) wird nun neben der gesicherten Diagnose folgende Voraussetzung gefordert: „Die Konkretisierung umfasst […], wenn diese auf Grund der Ausprägung der Tumorerkrankung eine multimodale Therapie (bislang: eine multimodalen Therapie oder Kombinationschemotherapie) benötigen. Das bedeutet, es ist entweder als Primärtherapie oder als adjuvante oder neoadjuvante Therapie eine systemische medikamentöse Therapie und/oder eine Strahlentherapie indiziert, die einer interdisziplinären oder komplexen Versorgung oder einer besonderen Expertise oder Ausstattung bedarf. Bei den Hauttumoren war diese Formulierung bereits enthalten.
  • Erhebliche Erleichterung für die Bildung von Teams für gynäkologische Tumoren! Neben dem Gynäkologen mit Schwerpunkt gynäkologische Onkologie können nun auch Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit der Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie einbezogen werden, die folgende operative Eingriffe nachweisen:
    1. 100 organerhaltende und radikale Krebsoperationen am Genitale, z. B. DebulkingOP, Wertheim-OP, Vulvektomie, Lymphadenektomie inguinal, pelvin, paraaortal, Exenteration (Nachweis kann entfallen, wenn das Team die Subspezialisierung Mammakarzinom hat)
    2. 100 organerhaltende und radikale Krebsoperationen an der Mamma, (Nachweis kann entfallen, wenn das Team die Subspezialisierung gyn. Tumoren ohne Mammakarzinom hat)
    3. 500 rekonstruktive Eingriffe am Genitale, den Bauchdecken und/oder der Brust im Zusammenhang mit onkologischen Behandlungen.
  • Umsetzung der Änderung der Onkologie-Vereinbarung: in der Onkologie-Vereinbarung gibt es inzwischen eine Ziffer für den zusätzlichen Beratungsaufwand in Zusammenhang mit einer oralen Therapie (Kostenpauschale 86520). Diese Ziffer wurde nun in den Appendix der urologischen Tumoren aufgenommen.
  • Klarstellung bei PET/CT: Im Appendix der urologischen Tumoren wurde klargestellt, dass als neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode 68GA- oder 18F-PSMA-PET;PET/CT abrechenbar ist (bislang nur 68GA).
  • Neue Leistung im Appendix bei urologischen Tumoren: Hier wurde nun auch die Beobachtung und Betreuung bei (Radio-) Chemotherapie für Strahlentherapeut (analog der Zusatzpauschalen für Beobachtung und Betreuung im EBM) ergänzt.
  • Nachbesserung bei ASV Rheuma: hier wurde nun klargestellt, dass mehrere Rheumatologen ins Team integriert werden können, d.h. dass Rheumatologen auch als Kernteammitglieder beteiligt sein können.
  • Diagnosenerweiterung bei Tuberkulose: Hier wurde die Diagnose Z22.7 Latente Tuberkulose bei gegebenenfalls erforderlicher Chemoprophylaxe/Chemoprävention ergänzt.
  • Telematik-Anwendungen auch in der ASV: Es wurde klargestellt, dass Beratungen / Behandlungen über Kommunikationsmedien sowie digitale Anwendungen der Telematikinfrastruktur ebenfalls in der ASV zulässig sind, sofern der ASV-Berechtigte die je nötigen Voraussetzungen erfüllt. Die abrechenbaren Ziffern sind in den Appendizes enthalten.

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