Häufig gestellte Fragen

Abrechnung

  • Können Leistungen abgerechnet werden, die zwar nicht im Appendix aufgeführt, aber medizinisch notwendig sind?

    Grundsätzlich sind die Ziffern, die in der ASV abgerechnet werden können, abschließend definiert.

    Krankenhäuser, die an der ASV teilnehmen, dürfen im Einzelfall weitere Ziffern ambulant abrechnen, die nicht im Appendix sind. Voraussetzung ist, dass die Leistungen in Zusammenhang mit der ASV-Erkrankung des Patienten stehen, im Krankenhaus erbracht werden und dem Patienten eine Überweisung in die vertragsärztliche Versorgung nicht zuzumuten ist (z.B. wegen langer Wartezeiten).

    Vertragsärzte können diese Leistungen im Rahmen der vertragsärztlichen Regelversorgung abrechnen.

  • Welche Leistungen dürfen wie oft abgerechnet werden?

    Abrechnungshäufigkeit definiert der EBM (je Ziffer). Ist dort eine Leistung nur einmal im Behandlungsfall zulässig, dann gilt das auch in der ASV und die Leistung darf nur einmal je Quartal abgerechnet werden.

    Sind mehrere Ärzte derselben Fachgruppe im Team, die in unterschiedlichen Institutionen tätig sind, dann können diese Ärzte Leistungen, die in ihrer Häufigkeit beschränkt sind, auch im selben Quartal nebeneinander abrechnen: dann führen die Kassen jedoch eine pauschale Kürzung von 10% durch.

    Beispiel: Abdominalsonographie max. 2 x pro Behandlungsfall laut EBM Onkologe im KH rechnet Leistung 2 x ab, zusätzlich Gastroenterologe nochmal, dann werden alle 3 Leistungen um 10% gekürzt.

Allgemeine Informationen zur ASV

  • Kann die Nachsorge von Tumorpatienten im Rahmen der ASV erfolgen?

    Antwort des Verbandes: Nein. Voraussetzung für eine Aufnahme eines Tumorpatienten in die ASV ist eine gesicherte Diagnose sowie der Bedarf „einer multimodalen Therapie oder Kombinationschemotherapie“. Das ASV-Team ist verpflichtet, regelmäßig zu prüfen, ob die Voraussetzungen des Patienten für eine Fortführung der ASV-Behandlung noch gegeben sind. Speziell zur Nachsorge schreibt der G-BA in den Tragenden Gründen zur Konkretisierung für die gynäkologischen Tumoren:

    „Entsprechend der Begründung zur Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) bleibt das generelle Merkmal, dass die ambulante spezialfachärztliche Versorgung bei Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen eine interdisziplinäre Abstimmung und Koordination der Patientenversorgung erfordert, für onkologische Erkrankungen bestehen. Durch die aufgeführten Kriterien, die den interdisziplinären Charakter und die komplexe, multimodale Therapie hervorheben, wird gewährleistet, dass vergleichsweise einfach therapierbare, wenig komplexe Krankheiten, die keiner spezialfachärztlichen Versorgung bedürfen, nicht zu diesem neuen Versorgungsbereich gehören. Ist ausschließlich eine endokrine Therapie oder eine routinehafte Nachsorge-Untersuchung bei ansonsten unkompliziertem Verlauf der Erkrankung indiziert, rechtfertigt dies keine Versorgung in der ASV. Patientinnen und Patienten, die die Voraussetzungen zur Versorgung innerhalb dieser spezifischen Versorgungsform erfüllen, sollen nach abgeschlossener Therapie in die bestehenden fachärztlichen Versorgungsstrukturen zur Durchführung der tumorspezifischen Nachsorge überführt werden. Ein besonderer Bedarf der Weiterversorgung innerhalb der ASV allein zur Durchführung dieser Nachsorge besteht nicht. Sollten im Rahmen der fachärztlichen Nachsorge Änderungen des Krankheitsverlaufes oder neue medizinische Sachverhalte bei der Patientin oder dem Patienten festgestellt werden, die den Voraussetzungen der Versorgung gemäß ASV-RL entsprechen, ist die Wiederaufnahme in die ASV möglich.“

  • Was passiert, wenn die Berechtigungen für die 116b alt Ambulanzen nach 3 Jahren auslaufen? Können Patienten dann auch ohne ASV-Berechtigung weiter behandelt werden?

    Nein. Wenn das Krankenhaus bis zu diesem Zeitpunkt keine ASV-Berechtigung erworben hat, ist eine ambulante Behandlung nicht mehr möglich (sofern keine andere Berechtigungen wie z.B. eine Ermächtigung o.ä. vorliegt).

  • Können Patienten, die eine orale Chemotherapie erhalten, im Rahmen der ASV behandelt werden?

    Grundsätzlich wird eine orale Chemotherapie in der ASV nicht anders beurteilt als eine intravenöse. D.h. wenn multimodal therapiert wird (also z.B. orale Chemo + Bestrahlung) oder wenn die orale Chemotherapie mit einer anderen Medikation kombiniert wird (z.B. Avastin + Xeloda), dann ist der Patient ASV-geeignet. Bekommt er „nur“ eine reine orale Monotherapie und hat sonst keine komplexere Behandlung, so ist er wohl nicht ASV-fähig.

    Ein Problem ist allerdings, dass die Abrechnung vieler Ziffern, insbesondere der höheren Betreuungspauschalen in der Onkologie-Vereinbarung, die analog in der ASV abgerechnet werden können, an die IV-Therapie geknüpft sind. Dieses Problem ist länger bekannt, wurde aber immer noch nicht behoben.

  • Patienten aus dem stationären Bereich brauchen keine Überweisung. Gilt das auch für Patienten, die von anderen Krankenhäusern kommen?

    Nein. Der Patient muss zuvor stationär im ASV-berechtigen KH gewesen sein.

    ASV-RL, Konkretisierung GIT beispielhaft: „Für Patientinnen oder Patienten aus dem stationären Bereich des ASV berechtigten Krankenhauses oder für Patientinnen oder Patienten von im jeweiligen Indikationsgebiet tätigen vertragsärztlichen ASV-Berechtigten in sein ASV-Team besteht kein Überweisungserfordernis.“

  • Müssen alte 116b Fälle in ASV Fälle überführt werden?

    Ja, formal sind die Patienten als neuer Patient zu sehen, d.h. müssen wie ein Neupatient in die ASV aufgenommen werden. Dafür ist dann ggf. eine Überweisung durch den behandelnden Vertragsarzt notwendig, sofern der Patient nicht zufälligerweise stationär behandelt wird und dann ohne Überweisungserfordernis in die ASV aufgenommen werden kann.

ASV-Anzeigeverfahren