GOAL ASV: Evaluationsprojekt des G-BA im Rahmen des Innovationsfonds zur Weiterentwicklung der ASV-Richtlinie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Förderbekanntmachung im Rahmen des Innovationsfonds im Bereich der Versorgungsforschung vom 19. Oktober 2018 u.a. ein Projekt zur Evaluation der Richtlinie zur Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV-RL) nach §116b SGB V ausgeschrieben. Unser Konsortium, bestehend aus dem Institut für Gesundheit & Soziales (ifgs) der FOM Hochschule München (Projektleitung), dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), dem Wissenschaftlichen Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) sowie dem Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung (BV-ASV), hatte sich auf diese Ausschreibung beworben.
Auf die fünf Förderbekanntmachungen vom Herbst 2018 sind insgesamt 197 Projektanträge eingegangen. Der Innovationsausschuss beim G-BA hat am 16. August 2019 die Förderung von 59 ausgewählten Projekten beschlossen. Dabei wurde u.a. auch unserem Antrag der Zuschlag erteilt. Der G-BA hat heute in seiner Pressemitteilung die geförderten Projekte – u.a. auch unseres – bekannt gemacht.

Im Rahmen der ASV nach §116b SGB V können seit 2011 sowohl Kliniken als auch Vertragsärzte Patienten mit seltenen Erkrankungen oder Erkrankungen mit besonderem Versorgungsbedarf betreuen. In der ASV-RL sind die Krankheitsbilder, Teilnahmevoraussetzungen, Qualitäts-anforderungen, Leistungsbereiche sowie die Vergütung geregelt. Die Teilnahme von Ärzten aus dem Klinik- und Vertragsarztsektor bleibt jedoch bisher hinter den Erwartungen zurück.

Ziel des Projektes ist es, die Umsetzungspraxis der ASV-Richtlinie für alle Indikationen zu evaluieren. Teilziele des Evaluationskonzeptes beinhalten die Analyse des aktuellen Stands der ASV-Umsetzung, die Identifizierung relevanter, beeinflussbarer Faktoren für die Teilnahmebereitschaft von Leistungserbringern an der ASV, Identifizierung von Zugangsbarrieren und relevanter, beeinflussbarer Faktoren für die praktische Umsetzung, Ermittlung der Auswirkungen der ASV auf die Patientenversorgung (Zusatznutzen im Vergleich zu Regelversorgung), und sodann Ableitung und Formulierung von Handlungsempfehlungen.
Die Evaluation sieht eine multiperspektivische Mixed-Methods-Studie vor, bei der neben einem qualitativen Evaluationsdesign mit semi-strukturierten Fragebögen auch quantitative Erhebungen mittels standardisierter Befragungen zum Tragen kommen. Zudem werden im Rahmen einer Bestandsaufnahme der Status quo der ASV-Teilnahme ermittelt und die regionalen Unterschiede im Zugangsverfahren analysiert. Eine Auswertung von Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung wird die an der ASV tatsächlich beteiligten Fachgruppen im Zeitverlauf und die Inanspruchnahme der Patienten analysieren. Basierend auf den Ergebnissen lassen sich Rückschlüsse zu regionalen Unterschieden ziehen und Best-Practice-Beispiele für die erweiterten Landesausschüsse ableiten. Aufbauend auf den in den Arbeitspaketen ermittelten Ergebnissen sollen Orientierungshilfen bzw. Lösungsansätze generiert werden.

Für weitere Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Prof. Dr. med. Robert Dengler | ifgs, FOM Hochschulzentrum, München | robert.dengler(at)fom.de
Sonja Froschauer | Bundesverband Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung, Grünwald | sonja.froschauer(at)bv-asv.de
Dr. Oliver Riedel | Leibnitz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, Bremen | riedel(at)leibnitz-bips.de
Dr. Vitali Heidt | Wissenschaftliches Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen, Köln | heidt(at)winho.de